Während die Mannschaft zur besseren Vorbereitung bereits am Freitag nach Bissendorf (in Mellendorf (Wedemark bei Hannover) und nicht bei Osnabrück wie der Busfahrer meinte)  fuhr, trafen sich ca. 50 Fans (Zitat: Alles Verrückte, von Bambinitorhüterhin bis zum Opa), am Samstag um 5 Uhr in der Früh vor der Eishalle Essen-West.

Pünktlich zum Anpfiff des 1. Spiels um 8:45 saßen alle in der Halle. Die Bissendorfer Panther als Gastgeber machten den Auftakt, im Spiel darauf kamen dann unsere Rockets gegen die Neumünsteraner Diabolos zum Einsatz. Die Stimmung bei den Fans kann man nur als gut bezeichnen. Die Mannschaft machte dagegen einen noch nicht ganz ausgeschlafenen Eindruck. War die gemeinsame Hotelnacht doch Kontraproduktiv, oder lag es an der Trainertaktik, die Leistungsträger am Anfang zu schonen? Auf jeden Fall gab es einen mühsamen 3:1 Arbeitssieg.

Es folgte das vermeintlich schwerste Spiel der Vorrunde gegen die Bissendorfer Panther. Man sah unseren Jungs an, dass sie wussten worum es ging. Kein Vergleich zum ersten Spiel, hier und jetzt wurde Gas gegeben. Und es klappte alles wie es sollte. Frühe Führung, dann noch ein Tor. 7-8 weitere Großchancen in den ersten 10 Minuten. Den Panthern muss schwindelig geworden sein, Gegenangriffe Fehlanzeige. Das war vom allerfeinsten, meisterlich sozusagen. Das Spiel wurde mit 3:0 gewonnen, das Halbfinale war damit bereits perfekt.

Zum Abschluss der Vorrunde gaben sich die North Starts vom Hamburger Sportverein die Ehre. Auch wenn die Trainer bei ihrer Taktik blieben, aufgrund einiger Ausfälle nur mit 2 Reihen zu spielen, brannte in dieser Partie zu keiner Phase was an. Mit 6:1 war der Sieg auch in dieser Höhe verdient. Mit Blick auf die anderen Spiele ergaben sich dann folgende Halbfinalpaarungen: Crefelder SC gegen Bissendorf und TV Augsburg gegen Essen.

Mit den Augsburgern trafen die Rockets auf den Titelverteidiger und amtierenden Europapokalgewinner. Auch wenn die Mannschaft in diesem Jahr nicht mehr ganz so stark ist, taten wir uns gegen die Bayern immer schwer. Nach verhaltenem Beginn erspielten wir uns zwar die Torchancen, doch die orangefarbende Kugel wollte nicht über die Linie. Das 1:0 wirkte dann schon eher wie eine Nervenberuhigung. Trotz weiterer Einschussmöglichkeiten, kam es kurz vor Schluss wie es kommen musste. Einen Abpraller von der Wand hinter dem Tor nutzen die Augsburger zum glücklichen Ausgleich. Waren die Nerven schon angespannt, so forderte das folgende Penaltyschiessen von den Beteiligten alles ab.

Lukas Langer trifft gleich im Ersten, aber postwendend der Ausgleich. Als Benni und Tobi vergaben, zeigte Patrick, dass er im Tor eine Macht ist. Lars war es dann, der uns auf die Siegerstraße brachte. Da war es auch egal, dass Daniel im letzten vergab, denn im Tor stand ja Patrick. Nachdem der letzte Augsburger Schuss gehalten war, brachen Jubelstürme auf dem Feld wie auch auf der Tribüne los. „Finale, ohhhohohoho"

Im Endspiel erwarteten uns nicht ganz unerwartet die Crefelder Skatingbears. Diese setzten sich gegen die Bissendorfer Panther verdient mit 6:3 durch. Krefeld stellt seit Jahren eine gute Juniorenmannschaft. So wurde man in der letzten Saison hinter Augsburg Vizemeister und Vizeeuropameister. Im Pokal gewann man zweimal hintereinander das Finale und steht auch in diesem Jahr im Endspiel. Und nun wieder in einem Endspiel, aber da waren ja noch unsere Jungs. Für diese und den gesamten Verein, kam es damit zweifelsohne zum Highlight 2008.

Wenn dem Chronisten hier auch manchmal das Gefühl beschleicht, dass die Vereinsbrille zu sehr auf die Nase drückt, so meine ich doch bemerkt zu haben, dass unsere Junioren die Favoritenbürde mit stolz angenommen haben. Völlig selbstbewusst und trotz des langen Tages voller Tatendrang stürmte man auf die Skatingbears los. Mit jeweils 3:1 konnten die beiden ersten Drittel gewonnen werden. Zum Abschluss ließen hüben wie drüben die Kräfte nach, aber es reichte. Mit einem 6:3 Sieg wurden die Rockets Deutscher Meister.

Die folgenden Jubelszenen zu beschreiben erspar ich mir, dass kann sich jeder ausmalen. Auf der anschließenden Siegerehrung gab es neben dem Pokal noch Urkunde und Medaillen für Spieler, Trainer und Teambetreuer. Benni wurde ins All-Star-Team gewählt. Die Heimfahrt wurde wie geplant von Spielern und Fans gemeinsam in einem Bus angetreten. Zwischendurch musste ein Stopp gemacht werden, um getränketechnisch nachzurüsten. Aber auch für feste Nahrungsmittel, glaub ich, wurde nochmal angehalten. Der Präses versprach zu fortgeschrittener Stunde (hmmm, so 2 oder 3 Uhr morgens) das Team am kommenden Samstag, nach dem Sichtungstraining zur 2. Mannschaft, zu einer Sause einzuladen.  Viel Spaß dabei, ihr habt es euch verdient!

Für viele Jungs aus dem Team war es das letzte Spiel im Juniorentrikot. Altersbedingt muss man in den Seniorenbereich wechseln. Unsere Juniorennationalspieler wird es wohl in die 1. Mannschaft ziehen, andere werden über den Umweg 2. Mannschaft an das große Ziel herangeführt. Einige werden ihr Glück  auch woanders suchen. Egal wie, ich wünsche allen nur das Beste und denkt mit Wohlwollen an eure Erfolge und auch an die tolle Teamgemeinschaft zurück, zu der ihr zusammengewachsen seit.